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24. November 2005 - Frauenpolitik

25. November - Internationaler Tag der Gewalt an Frauen

Anläßlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.November 2005 erklärt Feleknas Uca, Europaabgeordnete der Linkspartei.PDS:

Auch heute, 24 Jahre nachdem die Vereinten Nationen den 25. November zum "Internationalen Tag zur Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen" erklärten, hat sich die Lage kaum verändert. Noch immer werden Mädchen und Frauen täglich Opfer von Gewalt.

Die Übergriffe reichen von häuslicher Gewalt bis hin zu systematischen Gewaltverbrechen gegen Frauen in bewaffneten Konflikten. Die Zahlen sind alarmierend: Mindestens eine von drei Frauen wird im Laufe ihres Lebens misshandelt, zum Geschlechtsverkehr gezwungen oder auf andere Art sexuell missbraucht.

Die Formen der gesellschaftlichen Diskriminierung von Mädchen und Frauen finden sich in allen Bereichen des Lebens wieder - sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist nur ein Beispiel, auch Frauenhandel und Zwangsprostitution sind "moderne" Formen von Gewalt an Frauen.

Neben diesen Verbrechen ist auch die Zahl der Opfer von Genitalverstümmelung schockierend: Mehr als 150 Millionen Mädchen und Frauen wurden durch diese Prozedur körperlich und psychisch verletzt, jährlich werden es zwei Millionen mehr. Ebenfalls aus ethnischen Gründen werden zahllose Frauen Opfer von so genannten Ehren-, oder Mitgiftmorden.

Ich habe zu den Themen Genitalverstümmelung und Ehrenmorde zwei Studien anfertigen lassen, die auf Anfrage in meinem Brüsseler Büro erhältlich sind.

Es genügt nicht allein, diese Praktiken anzuprangern. Es ist die Aufgabe von uns allen, jungen Frauen Selbstbewusstsein und Stärke zu vermitteln. Ich fordere die Regierungen Europas auf, der Beseitigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen mehr Beachtung zu schenken und durch Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit zur Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung beizutragen. Keine Frau dieser Welt darf aus Scham über das, was ihr widerfahren ist, schweigen. Die schändlichen Praktiken der Genitalverstümmelung müssen als solche erkannt und durch Formen der Initiation ersetzt werden, die den weiblichen Körper respektieren und in seiner Vollkommenheit bewahren. Keine Frau darf wegen ihres Geschlechts diskriminiert, verletzt, oder missachtet werden.
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