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Mitteilungen der Kommunistischen Plattform der Linkspartei.PDS: Mai 2007

Anmerkungen des Chefredakteurs des ND, Jürgen Reents,

zum Bericht des Sprecherrates auf der Bundeskonferenz der Kommunistischen Plattform vom 14. April 2007

Lieber Thomas Hecker, ich habe in Deinem Bericht des Bundessprecherrates der Kommunistischen Plattform einige Passagen gelesen, in der Du etwas zum ND ausführst. Zu einem Punkt möchte ich Dir gerne eine Anmerkung machen:

Daß der Beitrag von Eva Ruppert in der Debatte um den Gedenkstein für die Opfer des Stalinismus in der ND-Ausgabe vom 5. Januar 2007 nicht gedruckt wurde, war eine Entscheidung der Chefredaktion, wie sie nur selten vorkommt. Ich habe diesen Beitrag auf der für den Druck vorgesehenen Seite gelesen und fand in der Tat, daß er eine Stalin verherrlichende Position beinhaltet. Diese war weder der Streitfrage angemessen noch halte ich sie überhaupt mit der journalistischen und politischen Orientierung des ND für vereinbar, auch nicht in Form eines Debattenbeitrags. Ich habe daraufhin angewiesen, den Beitrag aus dem Blatt zu nehmen.

Die Annahme, es handle sich bei Bestellung und Nichtveröffentlichung dieses Beitrags um ein Manöver, das mit irgendeiner Besprechung außerhalb der Redaktion "gestört" worden sei, entbehrt jeder Grundlage. Weder ist mir eine solche von Dir erwähnte Besprechung bekannt noch wußte ich vor Kenntnisnahme des Textes am Produktionstag (4. Januar) vom Inhalt dieses Beitrags oder überhaupt von der Position der Autorin. Die Bestellung eines Debattenbeitrags und eine solche Entscheidung liegen in unserer Redaktion üblicherweise nicht in einer Hand.

Was Du dazu formuliert hast, ist eine ziemlich krude Verschwörungstheorie. Dir mag ja etliches an unserer Zeitung nicht gefallen, aber auch größere Differenzen kann man sachlich artikulieren und so darüber streiten, daß keine Legenden gestrickt werden. Manche Dinge sind viel banaler.

Mit besten Grüßen Jürgen Reents, Chefredakteur Neues Deutschland, 18. April 2007


Bemerkung des Bundessprecherrates zu den Anmerkungen des ND-Chefredakteurs:

Unklar bleibt, warum gerade Kurt Gossweiler beziehungsweise Eva Ruppert gefragt wurden, einen Beitrag in der Debatte um den Gedenkstein "Den Opfern des Stalinismus" zu schreiben und nicht einer der Unterzeichner der Annonce im ND vom 15. Dezember 2006 "Nehmt den Stein einfach wieder weg". Es unterzeichneten: Arne Brix, Ellen Brombacher, Prof. Stefan Doernberg, Rim Farha, Margot und Kurt Julius Goldstein, Thomas Hecker, Heidrun Hegewald, Jürgen Herold, Karin und Prof. Uwe-Jens-Heuer, Prof. Heinz Karl, Prof. Anton Latzo, Prof. Sonja Mebel, Prof. Moritz Mebel, Friedrich Rabe, Thomas J. Richter, Joachim Traut, Sahra Wagenknecht, Iris und Dr. Friedrich Wolff.
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