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Mitteilungen der Kommunistischen Plattform der Linkspartei.PDS: April 2001

Zu unseren Mitteilungen

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Liebe Genossinnen und Genossen, seit Anfang Januar 1990 bis auf den heutigen Tag in der Kommunistischen Plattform und beim Verfassungsschutz bekannt, will ich meinen Beitrag etwas historisch anlegen.

Die Möglichkeiten der Kommunistischen Plattform, sich öffentlich zu artikulieren, werden zunehmend beschnitten. Damit wächst die Rolle der Mitteilungen als linkes Medium, in- und außerhalb der PDS.

Seit das erste Heft erschien, ließen und lassen wir uns von dem Grundsatz leiten: Nichts ist so gut, dass es nicht noch besser gemacht werden könnte. Dabei knüpfen wir an gute Traditionen an.

Mit Blick auf einige Diskussionen innerhalb der Plattform - die jedoch mit Hilfe von Internet "weltweit" gemacht werden - halte ich einige kurze Bemerkungen über unser Werden für angebracht.

Denken wir zurück an den Januar 1990. Die Kommunistische Plattform konstituierte sich. Mit dem Titel "Informationen" erschien am 31. August 1990 die erste Ausgabe einer Publikation der Kommunistischen Plattform der PDS, herausgegeben von der damaligen Zentralen Koordinierungsgruppe, der auch ich zugehörte.

Als Anspruch formulierten wir: "Tribüne, Medium zu sein für die inhaltliche Diskussion, den Erfahrungsaustausch innerhalb der Kommunistischen Plattform, sollte erste Aufgabe dieses Blattes sein, das uns enger verbinden will. Dabei sind Eure Beiträge gefragt, Eure Mitarbeit überhaupt ..."

Bis Juli 1991 erschienen im Kopierverfahren 19 Hefte im Umfang zwischen 7 und 38 Seiten und ein Extraheft, mit Beiträgen von etwa 60 Autoren. Auflagenhöhe: Je 250 Exemplare. Inhaltlich sind die "Informationen" der gestellten Aufgabe in hohem Maße gerecht geworden. Wir freuten uns über dieses Ergebnis ohne Selbstgefälligkeit.

Auf Beschluss des Koordinierungsrates erschienen dann ab September 1991 monatlich die "Mitteilungen der Kommunistischen Plattform der PDS". Im April kommt das 134. Heft mit dem Inhalt der beiden Konferenzen. Außerdem wurden großformatige Sonderhefte herausgegeben, die ich ihrer Grundsätzlichkeit wegen wieder ins Gedächtnis bringen will, es waren: "Warum sind Kommunisten in der PDS?" (1994), "Pressedienst der Kommunistischen Plattform" (1995), "Kommunisten in der PDS" (1995), "Deutschland 5 Jahre vor der Jahrtausendwende" (1995), "Was wollen Kommunisten heute?" (1996) sowie die Antifa-Hefte 10/98 und 9/2000. Und Heft 5/2001 wird wieder ein Antifa-Heft. Und alles in ehrenamtlicher Arbeit!

Eine analytische Betrachtung aller Inhalte lässt mich zu der Feststellung kommen: Die Mitteilungen sind auf die Verbreitung marxistischer, sozialistischer, antikapitalistischer Grundpositionen orientiert. Sie übermitteln die Haltung der Kommunistischen Plattform zu aktuellen Fragen, sowohl das innerparteiliche Leben, als auch allgemeine politische Fragen betreffend.

Besonders in den vergangenen zwei Jahren nahmen Beiträge zur Programmdiskussion in der PDS, zu Fragen von Krieg und Frieden und zum Antifaschismus breiten Raum ein. Daran waren zum Beispiel 1998 88 Autoren (ohne Leserbriefe) beteiligt, und mehr als zuvor der Plattform nicht zugehörige. Manches davon waren sehr individuelle Aussagen.

Aber mit fast allen Beiträgen griffen wir in die öffentliche Debatte ein und erweiterten erheblich unseren Wirkungskreis über die Kommunistische Plattform hinaus.

Seltener sind noch fundierte Beiträge zu ökonomischen und ökologischen Themen, wie auch zu gewerkschaftlichen, kommunal- und jugendpolitischen Aktivitäten.

Gerade hierzu sollten, ja müssen die sachkundigen Beiträge aus den Ländern noch dichter werden. Als Kommunisten müssen wir gründlicher und qualifiziert über die Arbeit und die Probleme der internationalen Kommunistischen Bewegung informieren.

Selbstverständlich ist, dass die Mitteilungen über unsere Bundeskonferenzen und über die praktische Arbeit, wie bündnispolitische, soziale und solidarische Handlungen, der Genossinnen und Genossen der Plattform berichten.

Und es war schon wichtig, auch solche bemerkenswerten Äußerungen nachzudrucken, wie die R.J. Eatons zur globalen Strategie des Kapitalismus "Lob des Kapitals" (8/99) und die Pickerings zur neuen NATO-Strategie.

Leserreaktionen haben das als richtig erwiesen. Ebenfalls den Nachdruck bestimmter Artikel oder Interviews von Politikern der PDS, die - nicht im ND erschienen - Richtungen der Politik in der PDS besonders deutlich machten.

Seit diesem Jahr haben wir uns darauf konzentriert längerfristig Autoren für Schwerpunktthemen zu gewinnen. So für das vorliegende Heft Ralph Hartmann, für Heft 5 Gisela Steineckert, Dr. Kurt Gossweiler, Professor Thomas Kuczynski und Werner Pirker aus Wien, Rainer Rupp für das Juniheft sowie Ulla Jelpke für die Hefte 5 und 7, Professor Dr. Edeltraut Felfe und Dr. Friedrich Wolff für das Heft 9.

Es bleibt ein bedeutsames Prinzip der Redaktion, dass die Mitteilungen in ihren Heften und durch diese, keine Positionen der Plattform verhehlt, und durch ihre Sachlichkeit es erschwert wird, die Inhalte auf primitive Weise anzugreifen.

So sind die Mitteilungen ein wesentliches Instrument für die Kommunistische Plattform, Inhalte und Argumente zu verbreiten, und somit auch eine wichtige Grundlage des politischen und organisatorischen Zusammenhalts der Genossinnen und Genossen, den wir nicht aufgeben sollten.

Liebe AutorInnen und LeserInnen, nun erlaube ich mir ein direktes Urteil: Die Mehrzahl der Beiträge in den bisher 134 Heften hatte Niveau, Qualität, somit für den Leser anregend. Dennoch war und ist nicht jede Veröffentlichung ein Diamant oder ein Zünder für die Weltrevolution. Das was wir besser nicht gebracht hätten, ist jedoch ein Minimum.

Mein Prinzip journalistischer Tätigkeit lautet: Es kommt darauf an wer etwas schreibt, wie er es schreibt und mit welcher Absicht. Noch wichtiger aber erscheint mir, wer es liest und auch versteht!

Und die Wirksamkeit der Mitteilungen erhöht sich mit jedem qualifizierten Beitrag - wozu auch Sachlichkeit gehört.

Ihre Wirksamkeit wird aber auch nur größer mit jedem Abonnement, mit jedem verkauften Heft. Daher die ganz große Bitte an Euch alle, liebe Genossinnen und Genossen: Intensiviert die Vertriebsarbeit. Das kann schon dadurch geschehen, dass alle Genossinnen und Genossen nicht nur ein Heft für sich kaufen sondern noch ein zweites Heft für den Nachbarn erwerben.

Liebe Genossinnen und Genossen, zum Schluss etwas zu einem inneren Vorgang: In den vergangenen Monaten haben wir einige Artikel veröffentlicht, die eine Auseinandersetzung innerhalb der Kommunistischen Plattform widerspiegeln. Ellen hat zu diesen Auseinandersetzungen gesprochen. Die Redaktion hat sich nicht gesperrt - trotz unterschiedlicher Meinung zu einzelnen Beiträgen - die teils harschen Kritiken zu veröffentlichen. Selbstverständlich publizierten wir auch die Reaktionen darauf.

Aber - ich will es, wie es meine Art ist, offen sagen: Ich bin nicht dafür, unsere Auseinandersetzungen in dem Maße weiter zu publizieren. Es wird doch deutlich, die Anzahl derjenigen wächst, die sich darob die Hände reiben - gleich ob mit oder ohne NIVEA-Creme. Denkt daran: Unser Leben ist endlich. Es gibt anderes zu tun. Ich sehe wahrlich nicht am Problem vorbei. Im Kern geht es um die Kommunistische Plattform.

Und ein zweites, Genossen: Seit einiger Zeit läuft eine Debatte, man solle die Mitteilungen auch durch einen neuen Namen attraktiver machen. Eine Entscheidung im Bundeskoordinierungsrat steht noch aus.

Nun mag es ja sein, dass der Name Mitteilungen nicht der attraktivste ist, aber - ich erwähnte es zu Anfang - er existiert seit Juli 1991. Und wie gesagt: 134 Hefte sind unter diesem Titel erschienen.

Fast 600 Abonnenten in allen Bundesländern und im Ausland, mehrere hundert Interessierte auf Parteitagen, Veranstaltungen und im freien Verkauf erhalten Monat für Monat die Mitteilungen der Kommunistischen Plattform. Der Name ist ein Markenzeichen. Markenzeichen gibt niemand ohne Not preis! Und ich setze mich dafür ein, dass er erhalten bleibt.

Ich danke allen Freunden und Mitarbeitern der Mitteilungen, den Autoren und den Lesern, den ehemaligen und den gegenwärtigen Mitgliedern der Redaktion, allen Verkäufern - und euch fürs Zuhören.

Heinz Marohn, Berlin

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