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Mitteilungen der Kommunistischen Plattform der Linkspartei.PDS: August 2003

Geschichtsfälscherei diskreditiert Berliner PDS

Volkmar Vogel, Berlin

Am Jahrestag des gescheiterten Attentats auf Hitler wurde in der Gedenkstätte Berlin-Plötzensee, am Ort der Hinrichtung zahlreicher Verschwörer des 20. Juli und der Ermordung von über 2.500 antifaschistischen Widerstandskämpfern, am 20. Juli 2003 eine offizielle Rede gehalten. Laut Mitteilung der Landespressestelle (bereits am 18.7. vorveröffentlicht: http://www.berlin.de/landespressestelle/archiv/2003/07/18/13769/index.html ) hieß es darin:

"Ohne den Einsatz dieser tapferen Männer und Frauen wäre das Zusammenleben der Völker Europas in Frieden und Freiheit nicht möglich gewesen. Der Weg dorthin führte vom 20. Juli 1944 über den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR, den ungarischen Aufstand von 1956, den ‚Prager Frühling' von 1968 und die polnischen Arbeiteraufstände der frühen 80er Jahre bis zum November 1989. Am 20. Juli 1944 waren es nur wenige, die sich widersetzten. Im Herbst 1989 gingen Millionen für Recht und Freiheit auf die Straße."

Es ist wohl allgemein anerkannt, daß es sich sowohl vom politisch-moralischen als auch vom wissenschaftlichen Standpunkt aus verbietet, die antifaschistische DDR und ihre Verbündeten mit dem Hitler-Regime gleichzusetzen. Ebenso abwegig ist es, alle diejenigen, die den Sozialismus reformieren oder beseitigen wollten, in den Rang antifaschistischer Widerstandskämpfer zu erheben. Doch hören wir weiter:

"Die Sehnsucht der Menschen nach Frieden und Freiheit nimmt manchmal tragische Umwege. Aber sie hat in Europa zum Ziel geführt."

Diese Behauptung ist ungeheuerlich und unerträglich angesichts der Tatsache, daß die die mächtigsten Staaten Europas heute Regierenden für schwere Kriegsverbrechen verantwortlich sind, begangen unter anderem an der jugoslawischen Zivilbevölkerung.

Während sich die PDS durch Abwesenheit ihrer offiziellen Vertreter vom Bundeswehrgelöbnis distanzierte, nutzte der Berliner Wirtschaftssenator und Bürgermeister, zugleich Berliner Abgeordneter und Mitglied der Friedenspartei PDS, sein hohes Amt als Urlaubsvertreter des Regierenden Bürgermeisters für die erwähnte Plötzenseer Entgleisung. Daß der Landesvorstand oder die Fraktion der PDS Harald Wolfs Stellungnahme zurückgewiesen haben, war bis zu unserem Redaktionsschluß am 26.7.03 noch nicht zu vernehmen.
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