"Gegen Bankenmacht" wird Dauerthema
Starke Publikumsresonanz beim "Forum 2000plus!" als neuer Aktionsform der PDS
Nach den erfolgreichen Aktionen in Frankfurt a/M vom Wochenende, versicherte der
stellvertretende PDS-Vorsitzende Diether Dehm dem "Bündnis gegen Bankenmacht"
auch weiterhin die volle Unterstützung seiner Partei. Das Bündnis hatte am
Samstag in der Frankfurter Universität beschlossen, "weiterzumachen". Dehm
erklÄrte, "Gegen Bankenmacht" würde für die PDS in allen ihren Gliederungen zum
Dauerthema. Nicht bei kleinen und mittleren Unternehmen, sondern hier sei der
Hauptgegner der demokratischen Kräfte in Deutschland und der Welt.
Die neue öffentliche und offene Aktionsform des "Forum 2000plus!", gemeinsam
mit anderen gewerkschaftlichen, kirchlichen, sozialdemokratischen,
sozialistischen, unternehmerischen Persönlichkeiten und Organisationen, habe
sich "voll bewährt." Das Forum 2000plus! Nr. IV trägt den Titel "Arbeit, Umwelt
und Unternehmen im 21. Jahrhundert.". Die gewaltige Differenz zwischen den
großen Banken und Konzernen und ihrer politischen Macht einerseits und dem
Anliegen kleiner und mittlerer Unternehmen, Arbeitsplatzsuchenden,
Umweltschützern und internationalistisch wie christlich geprägten Menschen sei
seit diesem Wochenende deutlicher denn je geworden.
Am Freitag (16.6.) hatte das Bündnis zunächst frühmorgens vor der Deutschen Bank
ein Theaterstück aufgeführt. (Handelsblatt v. 18.6.:"Demonstranten halten
Deutschbänker von der Arbeit ab"). Danach waren einige Hundert Demonstranten von
der Universität zum Opernplatz gezogen, wo bereits das "Fest der Menschlichkeit"
begonnen hatte. Circa 3ooo Menschen hatten während des ca. fünfstündigen
Programms Gelegenheit, Betriebsratsvorsitzende, katholische Priester, den
Frankfurter Juso-Vorsitzenden Hans Preissl, den Genfer Professor Jean Ziegler,
die Frankfurter Lehrbeauftragte Sabine Kebir, "Tango Efusion mit Pablo Ardouin,
die SängerInnen Barbara Thalheim und Manfred Maurenbrecher, Vertreter der
"Kirche von unten" und anderer Organisationen Über die umwelt-, arbeitsplatz-,
mittelstands- und demokratiefeindliche Rolle der großen Banken zu hären.
Höhepunkt waren dann die Auftritte des PDS-Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi und
von Konstantin Wecker mit seiner Band. Bis tief in die Nacht sangen dann
Wecker, Maurenbrecher und Ardouin noch gemeinsam im nahegelegenen Club Voltaire
Lieder gegen die Eiseskälte des shareholder-value.
Am nächsten Tag fanden sich erneut einige Hundert Teilnehmer im
traditionsreichen (Adorno/Dutschke-) Hörsaal V in der Frankfurter Universität
zur Konferenz gegen die "Macht des großen Geldes." Hier referierten der
sozialdemokratische Präsident von Eurosolar, Dr. Hermann Scheer, Über
"Erneuerbare Energien versus Bankenmacht", der Historiker und Bestsellerautor
Prof. Dr. Jean Ziegler (Paris/Genf), die Schriftstellerinnen Daniela Dahn,
Sabine Kebir (die das Referat des gesundheitlich verhinderten Pierre Bourdieu
und dessen Wünsche an die Versammlung vortrug) , Eberhard Czichon, Prof. Hans
See, Prof.. Dr. Fritz Vilmar, Pater Gregor Bäckermann und der
Betriebsratsvorsitzende Viktor Kalla. Die Konferenz wurde von der
"Luxemburgstiftung und "business crime controll" getragen.
Ab heute sind die meisten Referate und Beiträge, sowie die Ausstellung Über die
Macht der Banken auch im Internet unter
www.bankwatch.de
bei der Rosa-
Luxemburg-Stiftung anzuklicken.