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16. Januar 2006

Fehlkonstruktion Gesundheitsreform

Am Mittwoch dieser Woche finden in Berlin Ärzteproteste statt, an denen viele Mediziner aus ganz Deutschland teilnehmen. Sie finden die volle Unterstützung der Linkspartei.PDS. Dazu erklärt Torsten Koplin, gesundheitspolitischer Sprecher des Parteivorstandes der Linkspartei.PDS:

Immer deutlicher tritt zutage, dass die zwischen CDU und SPD 2003 ausgehandelte Gesundheitsreform eine komplette Fehlkonstruktion ist. Sie schiebt die Probleme im Gesundheitswesen wie eine Bugwelle vor sich her. Vor allem Patienten, Ärzte, Schwestern und Pflegepersonal sind Verlierer dieser "Reform".

Niedergelassene Ärzte haben z.B. in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich 500 bis 600 Euro monatlich weniger Honorar, dafür aber einen erhöhten Bürokratieaufwand. Zugleich gerät die menschliche Zuwendung im Arzt-Patienten-Verhältnis unter die Räder. Für Schwestern und Pflegekräfte steigt die Intensität ihrer Arbeit ständig. Im Vergleich zu 1997 hat eine jede beispielsweise in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz jeweils etwa 16 Kranken- oder Pflegefälle mehr zu betreuen. Und das bei stagnierenden bzw. sinkenden Reallöhnen in der Branche.

Mit der Einführung der Praxisgebühr von 10 € im Quartal und erheblich höheren Zuzahlungen bei Arznei-, Hilfs- und Heilmitteln werden Patientinnen und Patienten besonders nachhaltig belastet. Viele Patienten vor allem in ländlichen Regionen haben besonders unter den nunmehr selbst zu tragenden Fahrkosten zur Ambulanz zu leiden.

Die Linkspartei.PDS bekräftigt ihre Vorschläge für eine solidarische Bürgerversicherung und warnt davor, die Konzepte von SPD (Bürgerversicherung) und CDU (Kopfpauschale) in einen "Einheitsbrei" namens Bürgerpauschale zu vermischen.