linkspartei Politik Partei Presse Links Kontakt Shop Service Ende der Hauptnavigation
01. Februar 2006

Rente mit 67 ist 2029 so fragwürdig wie 2035

Zum Beschluss der Koalition, die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 von 2035, wie im Koalitionsvertrag festgelegt, auf 2029 vorzuziehen, erklärt Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch:

Angesichts der Arbeitsmarktlage für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre 2029 genauso fragwürdig wie 2035. Das Kabinett hat nun zwar die Notbremse gezogen, um den chaotischen Eindruck der Renten-Diskussion der letzten Tage zu beenden. Doch das Vorziehen der Rente mit 67 um sechs Jahre macht die Sorgen der Menschen um ihre Alterssicherung nicht kleiner, sondern größer. Gerade erst hat die Arbeitsagentur konstatiert, dass immer mehr über 50jährige immer länger arbeitslos sind.

So läuft die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf eine Rentenkürzung durch immer größere Rentenabschläge hinaus. Und niemand kann ernsthaft prognostizieren, dass sich der Arbeitsmarkt in 20 Jahren in Bezug auf die Beschäftigung Älterer völlig anders entwickelt als heute. Indem die Koalition aus Münteferings Versuchsballon dennoch handfeste Tatsachen gemacht hat, nährt sie die wachsende Angst vor Altersarmut. Diejenigen, die von der Politik alle Unterstützung bräuchten, damit ihre Leistungsfähigkeit und ihre Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt zum Tragen kommen, werden von der großen Koalition in eine ungewisse Altersperspektive und letztendlich in die Altersarmut geschickt. Das ist unsozial und unwürdig.