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12. Juni 2006

Sind so kleine Hände ...

Zum "Internationalen Tag gegen Kinderarbeit" am 12. Juni erklärt Sascha Wagener, jugendpolitischer Sprecher des Parteivorstands der Linkspartei.PDS:

Die Vereinten Nationen erklärten am 20. November 1959, dass "die Menschheit dem Kinde ihr Bestes zu geben schuldig ist". Weiter hieß es: "Das Kind wird erst nach Erreichung eines geeigneten Mindestalters zur Arbeit zugelassen; nie wird es gezwungen oder wird ihm erlaubt, einen Beruf oder eine Tätigkeit auszuüben, die seiner Gesundheit oder Erziehung schaden". Nach Berechnungen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen) sind 50 Jahre später viele Gesellschaften weit davon entfernt, die Rechte der Kinder zu achten. 211 Millionen Kinder (127 Millionen in Asien, 48 Millionen in Afrika) zwischen 5 und 14 Jahren müssen arbeiten, um zum Überleben ihrer Familien beizutragen. Viele werden zu Hungerlöhnen und unter der Sklaverei ähnlichen Bedingungen ausgebeutet. Den "Internationalen Tag gegen Kinderarbeit" haben die Vereinten Nationen 2002 eingerichtet, um auf die Rechte der Kinder vor wirtschaftlicher Ausbeutung aufmerksam zu machen.

Kinderarbeit wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Sie begleitet die Industrialisierung armer Staaten und die Armut zu vieler Familien auf der Welt. Aber es ist gut, dass sich die Bundesrepublik Deutschland durch die Unterzeichnung der ILO-Konvention 182 im Jahre 2000 verpflichtet hat, Maßnahmen zu treffen und Aktionsprogramme durchzuführen, die schlimmsten Formen von Kinderarbeit abschaffen zu helfen. Unter Bezugnahme auf diese Konvention sind die Kommunen und Städte Deutschlands aufgefordert, ihre Vergabepraxis zu ändern. München, Dresden oder Schwerin haben entsprechende Ratsbeschlüsse gefasst; viele andere Städte sollten folgen.

Globales Denken und lokales Handeln müssen dazu führen, bei Ausschreibungen nur noch Produkte zu berücksichtigen, die ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt sind.