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28. Juni 2006

Wir brauchen in Deutschland mehr Studierende, nicht mehr soziale Auslese

In Wiesbaden und Hamburg wollen heute Tausende Studenten aus Protest gegen die Einführung von Studiengebühren auf die Straße gehen. Dazu erklärt der jugendpolitische Sprecher des Parteivorstandes Sascha Wagener:

In Deutschland entscheidet über die Aufnahme und den Abschluss eines Studiums leider nicht die Begabung, sondern zunehmend der Geldbeutel. Mit der Einführung von Studiengebühren in Bayern wurde ein Tabu gebrochen, die Errungenschaft eines weitgehend gebührenfreien Studiums zur Disposition gestellt. Andere Bundesländer nehmen dies jetzt zum Anlass, ebenfalls Studiengebühren einzuführen.

Die Linkspartei.PDS solidarisiert sich mit den Studierenden, die heute erneut gegen die Einführung von Studiengebühren auf die Straße gehen. Die Linkspartei.PDS engagiert sich seit langem dafür, dass die Gebührenfreiheit im Grundgesetz festgeschrieben wird. Von SPD und CDU ist das aber nicht gewollt, wie die derzeitige Föderalismusdiskussion gezeigt hat.

Die Linkspartei.PDS sagt ganz klar: Studiengebühren sind der falsche Weg. Wir brauchen in Deutschland mehr Studierende und nicht mehr soziale Auslese. Offenbar haben SPD und CDU nicht verstanden, dass eine wesentliche Kritik der OECD- und PISA-Studien für Deutschland darin bestand, dass nirgendwo Bildungschancen derart stark vom sozialen Status abhängen wie in Deutschland und in kaum einem anderen Land so wenig Schulabgänger eines Jahrgangs studieren.

Es kann nicht angehen, dass in mehreren Bundesländern völlig unterschiedliche, sozial selektive Gebührenmodelle eingeführt werden und so die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse massiv in Gefahr gerät. Wir fordern eine bundesweite Debatte über die gesamtstaatliche Verantwortung für ein gutes Bildungssystem.