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30. Januar 2007

Chancengleichheit fängt bei den Kindern an

Heute findet in Berlin die Eröffnungsveranstaltung für das "Europäische Jahr der Chancengleichheit für alle" statt. Dazu erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Bildung ist ein unverzichtbarer Schlüssel für die individuellen Lebenschancen von Menschen. In kaum einem Land der Welt ist die soziale Herkunft so prägend für den Bildungserfolg wie in Deutschland. Wenn in Deutschland ca. vier Millionen Analphabeten leben, dann ist das ein Indiz für die reale Verweigerung von Lebenschancen. Das "Jahr der Chancengleichheit" sollte Anlass sein, auch vor der eigenen Tür zu kehren.

Es ist ein Armutszeugnis für bundesdeutsche Bildungs- und Sozialpolitik, wenn:
  • 17 Prozent der Kinder im frühen Lebensalter dauerhaft im Armut leben,
  • in den westlichen Bundesländern nur für ein knappes Viertel aller Kinder zwischen 3 und 6 Jahren Ganztagsbetreuung angeboten werden kann,
  • die Aussicht auf einen gymnasialen Abschluss für Kinder aus sozial gut gestellten Elternhäusern um das Vierfache besser als für sozial Benachteiligte ist,
  • jedes Jahr etwa neun Prozent der Schulabgänger keinen Schulabschluss erreichen,
  • Jahr für Jahr Zehntausende Schulabgänger keine Lehrstelle erhalten,
  • Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund noch schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss und auf Ausbildung haben.
Die Gründe für diesen erschreckenden Befund sind hausgemacht und nicht unabänderlich. Die so genannten Sozialreformen in den vergangenen Jahren haben die Lage von vielen Kindern und Jugendlichen verschlechtert, vor allem in Bedarfsgemeinschaften. Die Linkspartei.PDS fordert deshalb eine eigene Grundsicherung für Kinder und Jugendliche.

Die frühzeitige Aufteilung in unterschiedliche Bildungsgänge behindert die Chancengleichheit massiv. Die Linkspartei.PDS fordert deshalb eine bundesweite Gemeinschaftsschule. Gute Ausbildung ist Schutz vor Armut. Die Linkspartei.PDS fordert deshalb, dass endlich die Umlagefinanzierung durchgesetzt wird, damit jeder Schulabgänger eine Ausbildung erhält.

Eine Geschäftsstelle für Chancengleichheit einzurichten, reicht nicht. Es muss viel mehr getan werden, dass alle Kinder und Jugendlichen, die in Deutschland leben, endlich gleiche Chancen haben.