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31. Januar 2007

Gespaltener Aufschwung - Frauen, Jungend und die neuen Länder sind die Verlierer

Zur Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt im Januar 2007 erklärt der Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch:

Obwohl die Zahl der Arbeitslosen dank witterungsbedingter Hilfestellung im Januar nur um 239.000 angestiegen ist, besteht kein Anlass, die wirtschaftliche Erholung zu einem allgemeinen Aufschwung hochzujubeln. 4,247 Millionen Arbeitslose sind ein gesellschaftlicher Skandal, hier ist die Politik gefordert, mehr für die Bekämpfung der Massenarbeitslosigkeit zu tun.

Die Fakten zeigen vor allem einen gespaltenen Aufschwung.

Fakt 1: Jugendarbeitslosigkeit. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen bis 25 ist im vergangenen Jahr gestiegen. Der zwischen Regierung und Wirtschaft ausgekungelte Ausbildungspakt ist gescheitert, Tausende Jugendliche sind alljährlich ohne Ausbildungsplatz – die Jugend ist vom Aufschwung abgekoppelt.

Fakt 2: Frauenarbeitslosigkeit. Statistisch haben es Frauen doppelt so schwer, wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen – sie sind vom Aufschwung abgekoppelt.

Fakt 3: Niedriglohn. Die meisten neuen Jobs entstehen im Niedriglohnbereich und können keine Existenz sichern. Die Anzahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse steigt und der Missbrauch von 1-Euro-Jobs nimmt zu – Niedriglöhner sind vom Aufschwung abgekoppelt. Ich fordere an dieser Stelle die SPD noch einmal auf, nicht länger über Mindestlohn zu schwadronieren, sondern einen Antrag in den Bundestag einzubringen. Deutschland braucht einen gesetzlichen Mindestlohn. Die Linkspartei fordert einen Mindestlohn von 8 Euro die Stunde.

Fakt 4: Ostdeutschland. Nach wie vor ist die Arbeitslosenquote im Osten Deutschlands doppelt so hoch wie in den alten Ländern – der Osten ist vom Aufschwung abgekoppelt.

Frauen, junge Menschen und der Osten sind die großen Verlierer eines kleinen Aufschwungs.