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14. Februar 2007

Kinderfreundlichkeit in Deutschland Fehlanzeige

Zum heute vorgestellten UNICEF-Bericht zur Situation der Kinder in Industrieländern erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Die heute vorgestellte UNICEF-Studie bestätigt einmal mehr, dass Deutschland ein kinderunfreundliches Land ist. Trotz positiver Wirtschaftsprognosen und steigender Bankgewinne haben Kinder und Jungendliche schlechtere Entwicklungschancen als in vergleichbaren Ländern. Deshalb wundert es auch nicht, dass die Studie eine erschreckende Perspektivlosigkeit konstatiert.

Kinder sind auch im 21. Jahrhundert nach wie vor das größte Armutsrisiko in Deutschland. Die Chancen auf Betreuung, Bildung und Gesundheit hängen stark vom Geldbeutel der Eltern ab. Alle Maßnahmen der Politik waren bisher nur Kosmetik. Die vollmundigen Ankündigungen der Großen Koalition schlagen sich nicht positiv in der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen nieder.

Die Linkspartei.PDS unterstützt die von UNICEF aufgestellten Forderungen nach einem gezielten Ausbau von Bildungs- und Förderangeboten für benachteiligte Familien, bessere Bildungs- und Förderungsangebote zur Integration von Kindern, für die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung u.a.m.

Die Linkspartei verlangt seit Langem, dass Bildung als Investition nicht nur verbal gefordert sondern als Bildungsquote in öffentlichen Haushalten verankern wird. Über eine bessere frühkindliche Bildung hinaus fordern wir eine Gemeinschaftsschule für alle Kinder sowie bessere und ausreichende Ausbildungsplätze.

Es ist bezeichnend, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem Deutschland von UNICEF ein Armutszeugnis zur Situation von Kindern und Jugendlichen ausgestellt wurde, das Bundeskabinett mit der Novelle zur Ausbildungsförderung eine weitere Nullrunde für BAföG-Empfänger beschlossen hat.