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20. Februar 2007

CDU und CSU bestätigen: Was Hänschen nicht lernt ...

Der Ausbau der Kleinkinderbetreuung ist zurzeit Streitthema Nummer 1 in der Union. Dazu erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Die Linkspartei drängt seit Jahren auf ein ausreichendes Angebot an Kita-Plätzen für Kinder vom ersten Lebensjahr an. Die Verantwortung der Eltern wird damit nicht geringer, und es geht auch nicht um eine Verurteilung von jenen Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen wollen.

Kinder lernen am schnellsten und nachhaltigsten in Gemeinschaft und das kann nicht nur die Familie sein. Der Aufenthalt in der Krippe oder im Kindergarten, das Zusammensein mit anderen Kindern erweitert ihre Erfahrungen, prägt ihr Sozialverhalten, gleicht häusliche Nachteile – zum Beispiel in Ein-Kind-Familien – aus und vermag den weiteren Bildungsweg durchaus vorzuprägen.

Kindereinrichtungen sind keine Aufbewahrungsanstalten für karrieresüchtige Mütter oder eine Notlösung, sondern Einrichtungen mit eigenem Bildungsauftrag. Sie geben Eltern die Chance, nach der Geburt von Kindern schnell wieder berufstätig sein zu können. Aber in erster Linie geht es um die Kinder. Darum ist die Initiative der Familienministerin zu unterstützen mit einem einzigen Einwand: Der Zeitraum bis 2013 ist viel zu lang!

Beim Streit um die Kleinkinderbetreuung in der Union prallen Weltbilder aufeinander.

Konservative Kreise in der Union befürchten, dass die "Doppelverdienerfamilie mit Krippenkind" zum neuen Leitbild geraten könnte. Diese hinterwäldlerische Männersicht macht deutlich, worum es den Gegnern des Vorschlags der Familienministerin geht: Um die Bewahrung eines alten männerdominierten Familienbildes des 19. Jahrhundert mit der Frau am Herd und den Kinder drum herum. Wir leben aber im 21. Jahrhundert und es ist höchste Zeit, Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen und zu begreifen, dass es bei der derzeitigen Debatte in erster Linie um die Kinder geht. Kinder lernen früh, sehr früh, wie die Hirnforschung seit längerem weiß. Mit ihrem internen Streit bestätigen CDU und CSU: Was Hänschen nicht lernt ...

Es wird höchste Zeit, dass auch in den konservativen Kreisen von CDU und CSU modernes gesellschaftliches Denken Einzug hält.