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22. Februar 2007

Griff in die Mottenkiste

Zu Äußerungen des Augsburger Bischofs erklärt Rosemarie Hein, Mitglied des Parteivorstandes:

Kirche, Küche, Kinder – das ist nicht mehr die Lebenswelt der Frauen von heute. Die Äußerungen des Bischofs machen deutlich, gegen welche überholte Denkweisen und alten Rollenbilder Frauen im 21. Jahrhundert immer noch ankämpfen müssen. Er spricht aus, was Generationen von Männern von ihren Frauen erwarten haben und teilweise immer noch erwarten.

Er unterstellt, dass Kindereinrichtungen bloße Aufbewahrungsanstalten sind, in die Rabenmütter ihre Kinder abschieben, weil sie der Karriere im Weg sind. Das ist der falsche Ansatz. Es geht nicht nur um die Berufstätigkeit von Müttern, sondern vor allem um die Kinder. Kinder lernen am schnellsten und nachhaltigsten in Gemeinschaft und das kann nicht nur die Familie sein. Der Aufenthalt in der Krippe oder im Kindergarten, das Zusammensein mit anderen Kindern erweitert ihre Erfahrungen, prägt ihr Sozialverhalten.

Es muss Frauen frei stehen, sich für eine Betreuung ihrer Kinder zu Hause oder in Kindereinrichtungen entscheiden zu können.

Mit dem Vorwurf, Frauen werden durch Kindereinrichtungen zu "Gebärmaschinen" degradiert, hat sich der Bischof selbst diskreditiert. Seine Äußerungen zeigen, dass er in dieser Frage völlig inkompetent ist. Der Bischoff versucht nicht nur, ein verstaubtes Familienbild aus der Mottenkiste zu holen, sondern das soziale Bild der Frau auf die Mutterrolle zu reduzieren.