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23. Februar 2007

Alte Zöpfe abschneiden

Zur aktuellen Debatte um "familiengerechte Politik" erklärt Rosemarie Hein, Mitglied des Parteivorstandes der Linkspartei:

Eltern müssen sich ganz bewusst für die Förderung ihres Kindes in einer Kindertagesstätte entscheiden können – ohne Zugangsbeschränkung und Bedarfsprüfung und ohne Gewissenskonflikt. Bis das möglich ist, müssen noch viele alte Zöpfe abgeschnitten werden.

Die Linkspartei.PDS geht von einem modernen Familienbild aus, das alle Formen des Zusammenlebens mit Kindern umfasst. Neben den traditionellen Familien gehören vielfache Formen von Lebensgemeinschaften und Alleinerziehende dazu. Dies wird in der gegenwärtigen Debatte völlig ausgeblendet.

Gute Betreuungsangebote für alle Kinder sind ein wichtiger Beitrag zur frühkindlichen Förderung und zur sozialen Integration. Kinder müssen das Recht auf umfassende Förderung haben und an Bildung und Erziehung in Gemeinschaft mit anderen Kindern teilhaben können - unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.

Mancher spricht von "familiengerechter Politik" und meint das traditionelle Familienmodell. Dieses soll finanziell gefördert werden und gesellschaftlich anerkannt sein. Andere Lebensentwürfe und Ansprüche sind unerwünscht.

Familiengerechte Politik muss mehr sein, als traditionelle Rollenbilder zu bedienen. Familiengerechte Politik darf nicht einseitig nur auf das Interesse einzelner ausgerichtet sein. Familiengerechte Politik muss es Familien ermöglichen, sich für eine Kinderbetreuung zu Hause oder in einer Kindereinrichtung zu entscheiden. Diese Entscheidungsmöglichkeit haben Familien de facto heute in weiten Teilen Deutschlands nicht.