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25. Februar 2007

Nicht mit dem Hintern einreißen, was vorher mühsam mit den Händen aufgebaut wird

Zum SPD-Vorschlag, den Ausbau von Krippen und Kindergärten durch den Verzicht auf die nächste Kindergelderhöhung zu finanzieren, erklärt Rosemarie Hein, Mitglied des Parteivorstandes:

Eine bessere frühkindlichen Bildung, Förderung und Betreuung darf nicht auf Kosten der Schüler, Auszubildenden und Studenten finanziert werden. Der von der SPD vorgeschlagene Weg, Kinderkrippen und Kindergärten über Nullrunden beim Kindergeld zu finanzieren, ist ein Holzweg. Er führt dazu, dass mit dem Hintern wieder eingerissen wird, was vorher mühsam mit den Händen aufgebaut wurde. Bedürfnisse und Interessen von Kindern unterschiedlichen Alters dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden, sonst werden soziale Ungleichheiten nicht ausgeglichen, sondern nur verschoben.

Die so genannten Sozialreformen in den vergangenen Jahren haben die Lage von vielen Kindern und Jugendlichen verschlechtert, vor allem in Bedarfsgemeinschaften. Die Große Koalition hat bereits das Kindergeld gekürzt, indem es künftig nur noch für Kinder bis zum 25. Lebensjahr gezahlt wird – unabhängig davon, ob sie sich noch in der Ausbildung befinden oder nicht. Hinzu kommt die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die vor allem Familien mit Kindern belastet.

Bildung ist ein unverzichtbarer Schlüssel für die individuellen Lebenschancen von Menschen. In kaum einem Land der Welt ist die soziale Herkunft so prägend für den Bildungserfolg wie in Deutschland. Wenn in Deutschland ca. vier Millionen Analphabeten leben, dann ist das ein Indiz für die reale Verweigerung von Lebenschancen.

Frühkindliche Förderung ist, wie andere europäische Länder zeigen, ein Einstieg für bessere Bildung. Deutschland hat aktuelle Entwicklungen jahrelang verschlafen und damit Zukunftschancen aufs Spiel gesetzt. Jetzt ist die Große Koalition in der Pflicht, endlich Normalität herzustellen und die notwendigen Gelder bereit zu stellen ohne gleich neue Benachteiligungen zu schaffen.