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26. Februar 2007

Flexibilität statt Rente mit 67

Die Linkspartei.PDS unterstützt die Proteste gegen die Rente mit 67. Dazu erklärt der gewerkschaftspolitische Sprecher des Parteivorstandes Harald Werner:

Das Renteneintrittsalter auf 67 heraufzusetzen ist nicht nur unsozial, sondern auch wirklichkeitsfremd. Nichts zeigt besser, wie weit sich die Abgeordneten der herrschenden Parteien von der sozialen Realität entfernt haben. Obwohl die Rente mit 67 noch keine Realität ist, denkt Bundeswirtschaftsminister Glos heute schon laut über eine weitere Anhebung des Rentenalters nach.

Bei der gegenwärtigen Massenarbeitslosigkeit und den bestehenden Arbeitsbedingungen ist eine Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre unterm Strich nichts weiter als eine Rentenkürzung. Wer früher aus dem Arbeitsleben ausscheiden will, muss mit Abschlägen von 0,3 Prozent je Monat rechnen. Das heißt 7,2 Prozent weniger Rente für jemanden, der mit 65 in den Ruhestand gehen will oder muss. Denn das entscheidende Problem ist nach wie vor, dass die meisten Älteren entweder arbeitslos oder berufsunfähig sind. Deutschland hat in der EU die niedrigste Beschäftigungsquote für ältere Beschäftigte – und dies vor allem auf Grund inhumaner Arbeitsbedingungen.

Unter diesen Bedingungen hilft keine schematische Verlängerung der Lebensarbeitszeit, sondern eine Flexibilisierung des Eintrittsalters. Gleichzeitig sollten Versicherte mit mindestens 40 Beitragsjahren in jedem Fall einen vollen Rentenanspruch erhalten. Schließlich können die finanziellen Mehrbelastungen der Rententräger besser durch eine Ausweitung der Versicherungspflicht, als durch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit ausgeglichen werden.