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21. März 2007

Alte Zöpfe im Bildungswesen endlich abschneiden

Der UN-Botschafter Herr Munoz stellt heute in Genf seinen Bericht über das deutsche Schulsystem vor. Er kommt zu bedrückenden Ergebnissen. Dazu erklärt das Mitglied des Parteivorstandes, Rosemarie Hein:

Was Herr Munoz der deutschen Politik zur Qualität des deutschen Schulsystems ins Hausaufgabenheft zu schrieben hat ist nicht neu. Wir wissen es seit Jahren, und seit Jahren wird es von der Politik ignoriert. Dennoch, dass dieser Befund nun vor dem Menschenrechtsrat gebracht wird, ist eine Ohrfeige für die deutsche Bildungspolitik. Bildungszugang ist ein Menschenrecht, das muss nun auch in Deutschland endlich in den Verfassungsrang gehoben werden.

Doch auch zum neuerlichen Vorwurf, das gegliederte Schulsystem biete nicht genügend Chancengleichheit, hat Frau Schavan schon mal vorab gekontert und eben dieses System als Erfolgsmodell bezeichnet. Offensichtlich leidet die erfahrene Bildungspolitikerin unter einem massiven Wirklichkeitsverlust. Jeder neue Flickversuch an diesem überlebten System beweist, dass die frühe Aufgliederung in vermeintlich begabungsgerechte Schultypen eben zu keiner durchgreifenden Veränderung in der dramatischen Abhängigkeit des Bildungserfolges von der sozialen Lage der Kinder und Jugendlichen geführt hat. Auch die angeblich neue Idee der Zusammenführung von Haupt- und Realschule wird, wie die Befunde in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen zeigen, zu keiner positiven Veränderung führen.

Das Schulsystem muss grundlegend verändert werden. Immer mehr erweist sich, dass der einzig erfolgversprechende Weg in einer Gemeinschaftsschule liegt, die alle Kinder individuell fördert. Das fordert die Linkspartei, fordern viele Eltern, Lehrerinnen und Lehrer und natürlich auch Schülerinnen und Schüler, um deren Zukunft es schließlich geht, seit Jahren. Deutschland muss sich endlich die alten Zöpfe im Bildungswesen abschneiden und eine Schlussstrich unter die frühzeitige Gliederung ziehen.