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12. April 2007

Zwangsarbeit in der Ernte ist perfide Ausbeutung

Presseberichten zufolge sollen durch die Arbeitsagenturen künftig drastische Strafen verhängt werden, wenn Arbeitslose, die als Erntehelfer in die Landwirtschaft vermittelt werden, "nicht erscheinen, ein zugesagtes Arbeitsangebot nicht aufnehmen oder die Arbeit ohne wichtigen Grund abbrechen". Hartz IV-BezieherInnen müssten dann mit einer Kürzung des Arbeitslosengeldes II um 30 Prozent rechnen, hieß es. Dazu erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei.PDS, Katja Kipping:

Laut Abkommen 29 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ist Zwangsarbeit verboten. Die ILO bezeichnet den unter Androhung einer Strafe verlangten Arbeiteinsatz als Zwangsarbeit. Das ILO-Abkommen hat Deutschland unterzeichnet.

Nun sollen Erwerbslose unter Androhung der Kürzung von Sozialleistungen zu Saisonarbeit in der Landwirtschaft gezwungen werden. Die Erntearbeit ist nicht nur körperlich schwer sondern auch extrem niedrig bezahlt. Polnische Arbeitskräfte gehen deswegen lieber nach Skandinavien oder Großbritannien arbeiten. Die Bundesagentur will die perfide Ausbeutung von Menschen nun mit Zwangsarbeit für Erwerbslose fortsetzen.

Ich fordere die sofortige Rücknahme der menschenrechtswidrigen Anordnung von Zwangsarbeit durch die Bundesagentur für Arbeit.