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21. April 2007

Offensive für Kinder darf nicht als Sturm im Wasserglas enden

Zum anhaltenden Streit über die Finanzierung der Kinderbetreuung erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Wenn man der kontroversen Krippendebatte derzeit etwas Gutes abgewinnen kann, dann dass frühkindliche Bildung und Betreuung endlich ein gesamtgesellschaftliches Thema sind. Die große Gefahr dieser Debatte ist allerdings, dass gute Vorschläge gnadenlos zerredet werden und das Ganze als Sturm im Wasserglas endet. Auf der Strecke bleiben dann wieder einmal die Kinder.

Es ist Herrn Stoiber und anderen Protagonisten von Hausmütterkarrieren stark ans Herz zu legen, dass sie die Auffassungen von Mehrheiten in der Gesellschaft, insbesondere von Eltern, endlich zur Kenntnis zu nehmen.

Eltern allein können selbst bei aufopferungsvoller Zuwendung ihren Kindern nicht jene umfassende Bildung zukommen lassen, wie dies bei qualitativ guten Betreuungsangeboten möglich ist. Darum besteht die Linkspartei.PDS auf einem Rechtsanspruch für institutionelle Bildungs- und Betreuungsangebote vom ersten Lebensjahr an.

SPD und Union sind gemeinsam in der Pflicht, ein Finanzierungskonzept auf den Tisch zu legen. Eine Kürzung anderer familienpolitischer Leistungen ist kein akzeptabler Ansatz. Kindererziehung und Bildung sind keine Privatangelegenheiten von Eltern, sondern ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Darum ist es durch die gesamte Gesellschaft zu finanzieren.

Im Übrigen ist auch die viel gepriesene Wahlfreiheit der Eltern nur dann gegeben, wenn ein ausreichendes Betreuungsangebot vorhanden ist. Die von der Familienministerin angestrebte Versorgung für jedes dritte Kind ist ein Schritt in die richtige Richtung, weitere müssen folgen.