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03. Mai 2007

Bei Telekom und Metall geht es um wichtige Weichenstellungen

Zu den gegenwärtigen Arbeitskämpfen in der Metall- und Elektroindustrie sowie bei der Telekom erklärt der gewerkschaftspolitische Sprecher Harald Werner:

Beide Arbeitskämpfe fallen mit einem wirtschaftlichen Aufschwung zusammen, der eine Weichenstellung nicht nur möglich, sondern auch notwendig macht. Die Forderung der IG Metall nach 6,5 Prozent mehr Lohn ist durch die blendende Auftrags- und Ertragslage der Branche mehr als gedeckt, weil die Industrie vom enormen Exportwachstum profitiert, das im vergangenen Jahr 12,5 Prozent betrug und für dieses Jahr im Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute wiederum mit 8,4 Prozent veranschlagt wird. Alle, die ihre Einkommen nicht dem Export verdanken, gleich ob abhängig Beschäftigte oder Selbstständige, müssen eigentlich hoffen, dass sich die IG Metall mit ihrer Forderung durchsetzen kann.

Die gleiche strategische Bedeutung hat die Auseinandersetzung um die Ausgliederung von 50.000 Telekom-Beschäftigten in eine Service-Gesellschaft. 16 Umbauten hat der Konzern seit seiner Privatisierung durchlaufen und das hat 120.000 Arbeitsplätze gekostet, die teilweise zumindest im Niedriglohnsektor neu entstanden. Auch der jetzige Umbau folgt keinem anderen Zweck, als die Löhne zu senken und die Telekom-Rendite zu erhöhen. Noch verdienen die betroffenen Beschäftigten in einem Call-Center der Telekom fast das Doppelte wie bei der am schlechtesten bezahlenden Konkurrenz. Das vor allem steigert die Begehrlichkeiten des Managements, nicht die Aussicht auf besseren Service. Im Niedriglohnsektor finden sich eben nicht nur schlecht bezahlte Friseurinnen oder Wachleute, sondern das sind überwiegend durch Ausgliederung geschaffene Arbeitsplätze. Das sollten auch alle diejenigen wissen, die sagen, dass sie gegen Lohndumping und für einen gesetzlichen Mindestlohn sind. Wobei anzumerken wäre, dass die SPD zwar momentan für Mindestlöhne streitet, aber gleichzeitig immer noch die politische Verantwortung für die Telekom hat.