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10. Mai 2007

Begrenzt lernfähig

Mit dem Entwurf für ein neues Grundsatzprogramm will sich die CDU auch in die aktuelle bildungspolitische Debatte einbringen. Dazu erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Es ist nach Jahren der Ignoranz erfreulich, dass die CDU nun endlich auch erkennt, dass es darauf ankommt, Kinder von Anfang an zu bilden. Sätze wie „Die Trennung von Bildung und Betreuung halten wir für künstlich und nicht mehr zeitgemäß.“, lassen weit reichende Einsichten vermuten. Aber Programme sind noch keine Politik, zumal dieses noch nicht beschlossen ist. Die praktischen politischen Bemühungen zeigen schon jetzt, dass es von der grundsätzlichen Einsicht bis zur politischen Umsetzung ein weiter Weg ist. Solange die Union ihre Ministerin bei der „Krippenoffensive“ im Regen stehen lässt, handelt es sich bei den programmatischen Aussagen wohl eher um schöne Worte, als alltagstaugliche Schlüsse.

Armut beginne allzu oft als Bildungsarmut, so die CDU. Das ist nicht falsch, aber eine sehr eindimensionale Betrachtung. Vielmehr ist es die schlechte soziale Lebenslage von Familien, die maßgeblich deren Kindern Bildungschancen verbaut. So tritt ein Teufelskreis der sozialen Vererbung in Gang. Wer aber Ursachen und Wirkungen vertauscht, kann keine zielführenden Gegenstrategien entwickeln. Durch gute Bildung können bestehende soziale Disparitäten zwar gemildert, aber noch nicht aufgehoben werden. Frühere Förderung und bessere Bildung für alle sind ein Weg, leider ist das bestehende gegliederte Bildungssystem dafür ungeeignet.

Diesbezügliche Änderungen mit hier mit der CDU nicht zu erwarten. Wie man angesichts internationaler Befunde das gegliederte Schulsystem als Erfolgsmodell bezeichnen kann, bleibt das Geheimnis der Autoren. Seit Jahren wird im In- und Ausland das gegliederte Schulsystem in Deutschland massiv kritisiert. Da die CDU derzeit die Regierungspolitik bestimmt, ist nicht zu erwarten, dass sich das Bildungssystem in Deutschland aus der tiefen Krise befreien kann.

Vielmehr arbeitet die Bundesregierung daran, sich bildungspolitisch überflüssig zu machen. Dazu zählt der Krippenstreit ebenso wie das sture Festhalten am gegliederten System und die Aufhebung des Hochschulrahmengesetzes. Immerhin, der Etat eines ganzen Ministeriums könnte dann den Ländern und Kommunen für die inhaltliche und sächliche Sanierung der Bildungslandschaft zweckgebunden übergeben werden. Das wäre vielleicht noch ein Beitrag zur überfälligen Bildungsreform.