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20. Mai 2007

Reduzierung von Ausbildungsberufen schafft nicht mehr Ausbildungsplätze

Zum Vorhaben der Bundesbildungsministerin Annette Schavan, die Zahl der Ausbildungsberufe drastisch zu reduzieren, erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Es kommt immer darauf an, genau hinzuschauen, was hinter den scheinbar so vernünftigen Forderungen steht. Geht es nur um die Zusammenfassung von Ausbildungsberufen oder eigentlich um eine Modularisierung, die mit der Verkürzung von Ausbildungszeiten verbunden ist, und die im ersten Anlauf nicht mehr zu vollständigen Ausbildungen mit vollwertigem Kammerabschluss führt? Alle bisher bekannten Vorstellungen aus der Wirtschaft laufen auf Letzteres hinaus. Das aber würde die Situation Auszubildender nur weiter verschärfen. Wenn heute noch 210.000 Lehrstellen fehlen und im vergangenen Jahr 50.000 Jugendliche nicht versorgt werden konnten, dann macht das deutlich, dass Jugendliche nicht an der Unübersichtlichkeit der Berufsgruppen scheitern, sondern daran, dass sie oft keinen Ausbildungsplatz finden. Da nützt auch die Forderung nach mehr Flexibilität nichts.

Grundausbildungen mit verkürzter Ausbildungszeit anzubieten und die Absolventinnen und Absolventen dann auf dem Weg zu einem vollwertigen Abschluss im Regen stehen zu lassen bzw. nur noch nach dem Bedarf der Wirtschaft auszubilden, ist keine Lösung des Problems. Ein vollwertiger beruflicher Abschluss ist gerade angesichts der nach wie vor angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt eine unverzichtbare Grundlage für eine gute berufliche Perspektive.
Darum beharrt die Linkspartei.PDS auf einem Rechtsanspruch auf berufliche Ausbildung und fordert eine Ausbildungsplatzumlage für dessen Finanzierung.