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29. Mai 2007

Lebensfremd und unverschämt

Zum Vorhaben der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das Kindergeld künftig nur noch bis zum 18. Lebensjahr zu zahlen, erklärt das Mitglied des Parteivorstandes Rosemarie Hein:

Ist es Unverfrorenheit oder Ahnungslosigkeit, die Politiker aus dem konservativen Lager immer wieder zu solchen perfiden Umverteilungsvorschlägen greifen lässt? Während sie Besserverdienenden und großen Unternehmen immer neue Steuergeschenke zukommen lassen, sollen sich Kinder und Jugendliche quasi untereinander „solidarisch“ verhalten. Den einen soll gegeben werden, was den anderen weggenommen wird. Wer solche Vorschläge macht, hat keine blasse Ahnung vom wirklichen Leben und den tatsächlichen Kosten für Schule und Ausbildung.

Nicht nur, dass Ausbildung oder Studium die Auszubildenden und deren Eltern mehr kostet als durch das derzeitiges Kindergeld kompensiert wird, es gibt für die meisten Kosten überhaupt keine Ausgleichszahlungen. So gibt es vom 16. Lebensjahr an kein Geld mehr für Fahrtkosten, sind die Lehr- und Lernmittel in beträchtlichem Maße selbst zu tragen. Hinzu kommen verdeckte Studiengebühren wie zur Semesterrückmeldung, werden Studiengebühren in immer mehr Ländern eingeführt. Da ist der Verweis auf BaföG und Studienkredite einfach heuchlerisch, denn diese Gelder müssen zum Teil oder ganz zurückgezahlt werden, zumeist gerade in der Zeit, in der die Betroffenen laut Familienministerin eigentlich selbst Kinder bekommen sollten. Es wird Zeit, dass auch die Politiker von CDU und CSU sich mal wieder mit dem wirklichen Leben befassen.