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31. Mai 2007

Gutschein mit Tücken

Zum Vorschlag der Bundesregierung, Betreuungsgeld in der Form von Gutscheinen auszugeben, erklärt das Mitglied des Parteivorstandes der Linkspartei, Rosemarie Hein:

Die Konfusion im Regierungslager scheint jetzt perfekt zu sein. Da will die CSU etwas für die Mütter tun, die für die Betreuung ihrer Kinder zu Hause bleiben – 150 Euro sind da schon dünne genug – und nun will ihnen das Bundesfamilienministerium das wieder ausreden. Vielleicht einigt man sich in der Koalition erst einmal darauf, was man überhaupt will, bevor man jede Woche eine neue Sau durchs Dorf treibt.

Was das Bundesfamilienministerium vorschlägt ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was die CSU will: Das Ansinnen der CSU zielt darauf, Kinder von der Krippe fern zu halten, das des Ministeriums auf mehr Betreuung in Einrichtungen.

Wenngleich mir im Interesse der Kinder das Ansinnen des Ministeriums näher steht, halte ich die Idee mit dem Gutschein für ein gewagtes Unternehmen, da es Eltern nicht ermöglicht, jedes gewünschte und verfügbare Betreuungsangebot anzunehmen, sondern nur eines, für das der Gutschein reicht. Damit wird es Kindereinrichtungen erster und zweiter Klasse geben und wieder können sich die finanziell nicht gut gestellten Familien das teurere Angebot nicht leisten. Deshalb läuft die Ideen mit den Gutscheinen Gefahr, das Kind buchstäblich wieder mit dem Bade auszuschütten.

Mal sehen, was den Regierenden nächste Woche einfällt... oder – frei nach der Werbung – vielleicht hätten sie jemanden fragen sollen, der sich mit der Sache auskennt?